Samstag, 11. Juli 2015

Rezension zu "Herz über Kopf" von Jo Platt

Roman  
Einzelband  
368 Seiten  
Verlag: Rowohlt
Preis: 9,99 € (Taschenbuch)  
Erschienen: Mai 2015

Inhalt:
Manchmal muss die Welt erst auf den Kopf gestellt werden, damit man erkennt, wohin man gehört.
Mit Rückschlägen kennt Rosalind sich aus. Achtzehn Monate ist es her, dass ihr Verlobter – aus gutem Grund nur «die Ratte» genannt – aus der Kirche floh. Am Tag ihrer Hochzeit, durch das Fenster der Sakristei. Seitdem ist nichts mehr wie zuvor.
Im malerischen St. Albans hofft Ros, endlich mit der Vergangenheit abschließen zu können: Sie liebt das beschauliche Leben dort, den neuen Job in der Buchhandlung und vor allem ihre Kollegen: den schweigsamen Andrew, Georgina, die alles zu haben scheint, was sich Ros wünscht, und die liebenswert-schrullige Joan.
Doch dann klingelt es eines Freitagabends an der Tür: Der Mann mit dem Blumenstrauß entpuppt sich als ihr Nachbar Daniel, und er bringt schlechte Nachrichten: Er hat Mr. Edward überfahren. Mit dem Rasenmäher. Noch ahnt Ros nicht, dass das vorzeitige Ableben ihres geliebten Meerschweinchens einen noch größeren Einfluss auf ihr Leben haben wird als die Flucht der Ratte …  (Quelle: Rowohlt Verlag)


Meinung:  
Den Debütroman von Jo Platt finde ich sehr gut gelungen. Der Sprachstil ist locker leicht und an einigen Stellen überaus witzig. Das liegt vorallem daran, dass die Autorin die Gedankengänge der Protagonistin Rosalind, genannt Ros, den Lesern nicht verheimlicht. Diese witzigen und schrägen Gedankengänge haben mich das ein oder andere Mal zum schmunzeln gebracht. 

Das Buch startet allerdings mit einer ziemlich depressiven Ros, die am schönsten Tag ihres Lebens, ihrer Hochzeit, vor dem Traualtar einfach stehen gelassen wurde. Die ersten Kapitel beschreiben die schwere Zeit danach, in der Ros in einer ziemlich tiefen Depression steckt und von allen nur mit Samthandschuhen angefasst wird. Durch ein Jobangebot und ein damit verbundener Umzug nach St. Albans ändert sich allerdings Ros Gemütszustand zusehens zum besseren. Auch Nachbar Daniel, der unglücklicherweise Ros Meerschweinschen Mr. Edward mit dem Rasenmäher überfahren hat, hat seinen Beitrag daran, dass Ros sich im Laufe des Romans zu einer lebenslustigen und optimistischen Frau mausert. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass sich zwischen Daniel und Ros mehr als nur eine Freundschaft entwickelte. 

Beide Hauptcharaketere Ros und Daniel, aber auch die vielen Nebencharaktere (Ros Arbeitskollegen, Ros' Familie, Daniels Bruder mit Verlobten) sind sehr authentisch dargestellt und aus dem Leben gegriffen. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass mir die Personen auch im realen Leben begegnen könnten. Außerdem find ich die dargestellte Nebenhandlungen und -erklärungen super gelungen. Es war genau das richtige Verhältnis von Haupthandlung zu Nebenhandlung, die die Geschichte so spannend gemacht haben. Am Ende fand ich es schade, dass das Buch schon ausgelesen war, denn ich hätte noch stundenlang von Ros und Daniels Leben in St. Albans lesen können. 

Allerdings muss ich gestehen, dass mir das Cover so überhaupt nicht gefallen hat und wenn ich nicht den witzigen Klappentext gelesen hätte, bevor ich das Cover gesehen habe, hätte ich es wahrscheinlich niemals in die Hand genommen. Aber nach Lesen des Buches muss ich nun einsehen, dass das Cover doch irgendwie zum Stil des ganzen Romans (und speziell zur Handlung) passt. 

Fazit: ★★★★★ – Empfehlenswert!
Eine etwas andere Liebesgeschichte, die zuerst mit einer Tragödie beginnt, dann zunehmend an Fahrt aufnimmt und Spannung bis zum Ende garantiert.  


Vielen Dank an Lovelybooks und dem Rowohlt Verlag 
für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! 

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