Donnerstag, 19. November 2015

*Rezension* Die erstaunliche Wirkung von Glück von Susann Rehlein

Roman 
Seiten: 320
Verlag: Dumont Verlag
Preis: 18,00 € (Hardcover)
Erschienen: Oktober 2015
ISBN: 978-3-8321-9806-0
*Leseprobe*


Inhalt: 
Dies ist die Geschichte von Dorle. Sie lebt im Souterrain eines herrschaftlichen Hauses, in dem sonst nur wohlhabende, knarzige alte Leute wohnen. In Heimarbeit steckt sie für eine Kronleuchtermanufaktur Kristalle zusammen. Und sie lässt sich von ihren Nachbarn als Concierge ausnutzen, obwohl sie gar nicht die Concierge ist – aber was soll man machen, wenn plötzlich acht Topfpflanzen vor der Tür stehen mit dem Hinweis »Bitte gießen, verreise. MfG Bock«? Doch Dorle ist genügsam und zufrieden mit ihrem Leben. Ganz im Gegensatz zu Annegret Sonne, 84 und voller Lebenslust. Als Frau Sonne sich zu einer dreimonatigen Reise aufmacht, bittet sie Dorle, ihre Wohnung zu hüten. Nicht ohne Hintergedanken trägt sie ihr auf, genau die Dinge zu tun, mit denen sich die alte Dame sonst das Leben schön macht: im Bett Filme gucken und Pralinen essen, Wellnesstermine wahrnehmen, köstliche Gerichte kochen. Für jemanden wie Dorle ist das ganz schön herausfordernd. Sogar Dates hat sie plötzlich. Gut, die Männer sind alle über achtzig, aber sie behandeln sie wie eine Dame. So hat Joe, Dorles einziger Freund, alle Hände voll zu tun, um im Rennen zu bleiben. Doch dies wäre keine gute Geschichte, wenn es nicht ein paar Umwege und Sackgassen gäbe auf dem Weg zum zum Happy End, oder? … (Quelle: Dumont Verlag)


Meinung
Im Mittelpunkt dieses tollen Romans steht Dorle. Sie lebt zurückgezogen in ihrer Wohnung in einem Berliner Miethaus. In Heimarbeit setzt sie Kristalle für eine Kronleuchtermanufaktur zusammen. Sie scheut den engen Kontakt mit anderen Menschen, was wahrscheinlich an ihrer traurigen Kindheit als Heimkind liegt. Sie liebt Routine und Ruhe. Die anderen Mieter im Haus sehen sie als Concierge/Mädchen für Alles und behandeln sie auch entsprechend herablassend.  Dorles einziger Freund ist Joe, der auch gleichzeitig der Lieferant der Kristalle ist. Er ist in Dorle verliebt, allerdings merkt sie das überhaupt nicht, sondern findet seine Nähe als anstrengend. 

Durch Frau Sonne ändert sich allerdinge Dorles bescheidenes und strukturiertes Leben. Sie bittet Dorle auf ihre Wohnung aufzupassen, während sie verreisen ist. Außerdem muss Dorle ein paar Aufgaben erfüllen, die immer wieder per Fax in Frau Sonnes Wohnung eingehen. Damit ist Dorle gezwungen immer wieder aus ihrer Komfortzone auszubrechen und sie findet schließlich Gefallen am Leben außerhalb ihrer vier Wände. So lernt sie nach und nach weitere Menschen kennen, wie z.B. Kasimir, einen kleinen Jungen, den sie im Altenheim kennenlernt oder Kellner Florian kennen, die sie nach und nach in ihr Leben integriert. 

Der verschnörkelte Schreibstil der Autorin hat es mit zu Beginn des Buches nicht leicht gemacht und ich musste mich an den Stil auch erst einmal gewöhnen, aber schon nach 50 Seiten war ich vollkommen in  der Geschichte drin. Sie ist ein einigen Stellen sehr tiefgrüdig und verdeutlicht, dass man vor Andersartigkeit Respekt haben sollte. 

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Hardcover-Buch (und ich bin eher ein Fan vom Taschenbuch-Format) aber das 18x20 cm-Format entspricht eher dieGröße eines TBs und ich empfand das als sehr angenehm, denn ich lese oft im Bus/Bahn und will nicht immer ein schweres HC mitschleppen. 

Da ich ja ein kleiner Cover-Fetischist bin, nun noch zum Schluss ein paar Worte zum Cover. Ich habe mich vorallem für das Buch interessiert, weil ich das Cover sehr ansprechend gefunden habe und mir sofort die Frage durch den Kopf ging: Warum sitzt eine Frau im Kronleuchter? Zwar war mir schon nach dem Lesen des Klappentextes klar warum Dorle im Kronleuchter sitzt, doch war ich dann auch sehr neugierig auf Dorles Leben. Es ist ein klasse Buch, dass ich nur zum Lesen empfehlen kann!

Fazit: ★★★★☆ – Lesenswert!

Ich möchte mich ganz herzlich bei Blogg dein Buch und dem Dumont Buchverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken. 

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