Samstag, 9. Januar 2016

*Rezension* Tod in Weimar von Dominique Horwitz

Kriminalroman
Seiten: 287 
Verlag: Knaus
Erschienen: August 2015
Preis: 19,99 € (Hardcover)
*Leseprobe*


Inhalt: 
In der „Villa Gründgens“, dem Weimarer Alterssitz für Bühnenkünstler, wird die Probenarbeit des „Schiller-Zirkels“ jäh unterbrochen: Aus der greisen Theatergruppe stirbt unter mysteriösen Umständen einer nach dem anderen. Roman Kaminski, Kutscher und Stadtführer in der Goethe-Stadt, sieht sich gezwungen, der rätselhaften Todesserie auf den Grund zu gehen. Doch der ehrgeizige Kommissar Westphal scheint Kaminski in der Hand zu haben, der zu allem Überfluss auch noch zwischen zwei Frauen steht. (Quelle: Randomhouse)


Erster Satz: 
"Es war einer dieser klaren, hellen Oktobertage, an denen der Winter schon den Herbst umarmt."
 

Meinung:
Der Kriminalroman "Tod in Weimar" von Dominique Horwitz  hat mir sehr gut gefallen und ich war schon nach der ersten Seite in die Welt von Roman Kaminski eingetaucht. Man stolpert immer wieder über Zitate aus Klassikern, die jeweils perfekt in den Kontext passen. Außerdem sind die Beschreibungen des Wetters, der Umgebung oder der Gefühlszustände einfach genial, sodass ich das Gefühl hatte, direkt an der Handlung beteiligt zu sein. 

Der Protagonist Roman Kaminski, Stadtführer, Kutscher und Aushilfshausmeister, musste ich einfach mögen. Er hat Ecken und Kanten, gesteht sich seiner Gefühle nicht ein und versucht ein einfaches Leben zu führen. Das macht ihn für mich überaus sympathisch und lässt ihn authentisch rüberkommen. Für Kommissar Westphal zählt hingegen nur seine Karriere bei der Kriminalpolizei. Er hat bei mir so gut wie keine Sympathiepunkte sammeln können. Und das er Kaminski auch noch erpresst, für ihn Augen und Ohren in der "Villa Gründgens" offen zu halten, fand ich ganz schlimm.

Das Buch ist mit zahlreichen Hintergrundinformationen zu den großen Dichtern, die in Weimar gewirkt haben, versehen. Aber auch die dunklen Kapitel während der NS-Zeit werden mit Buchenwald und jugendlichen Nazis im Buch thematisiert, was ich sehr gut fand. Da ich aus Thüringen stamme und auch schon Weimar einige Male besucht habe, kamen mir viele Orte bekannt vor, die Kamniski den Touristen bei seinen Stadtrundfahrten zeigt. Der Wiedererkennungswert hat zusetzlich dazu beigetagen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. 

Einziges Manko: Die Sprache von Frettchen, einer Jugendlichen, die Kaminski auf dem Hof hilft, fand ich ganz schrecklich, da sie unglaublich respektlos und vulgär ist. Diese Passagen haben den Lesefluss dann doch etwas gestört. 

Fazit: ★★★★☆ – Lesenswert!

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