Donnerstag, 3. März 2016

*Rezension* Mofaheld von Lars Niedereichholz

Roman 
Seiten: 237
Verlag: Rowohlt
Erschienen: März 2016
Preis: 14,99 € (Taschenbuch)

Inhalt: 
Sehr witzig und ein bisschen sentimental – eine großartige Zeitreise ins Jahr 1986
Als Marcs Eltern sich entschließen, das Reihenhaus gegen eine Seniorenwohnung einzutauschen, fällt sie ihm wieder in die Hand: Seine alte Schatzkiste, prall gefüllt mit Konzertkarten, alten Mixkassetten, Briefen, Fotos und vor allem – einem Batikhalstuch.
Das riecht nach Parfum und Haarspray und katapultiert Marc zurück in die 80er Jahre: Denn damals, mit 15, waren der Traum von einer eigenen Band, die geheimen Ausflüge ins Nachtleben, alkoholbedingte Ausfälle, die Schmach über das peinlichste Mofa der Welt, die neue Platte von Mötley Crüe und vor allem die Aussicht auf den ersten Sex mit Anna irgendwie wichtiger als Tschernobyl, Kalter Krieg und die Ehekrise seiner Eltern … (Quelle: Rowohlt Verlag)

Erster Satz: 
"Vor acht Wochen hatten meine zwar noch nicht vollkommen greisen, aber mittlerweile doch über siebzigjährigen Eltern ein Einsehen.

Meinung: 
Ich habe das Buch vor gut zwei Wochen beendet und seitdem versuche ich meine Meinung zu diesem humorvollen Werk zu formulieren. Aber ich muss gestehen, dass es mir doch etwas schwer fällt, denn es ist anders, als die Bücher die ich sonst so lese. 

Die Story hat mir sehr gut gefallen. Das Buch beginnt im "Heute" und erzählt in der Ich-Perspektive, wie ein Mann in seinem ehemaligen Kinderzimmer eine "Schatzkiste" findet, die gefüllt ist mit Erinnerungen an seine Jugend. Daraufhin erinnert sich der, für den Leser noch unbekannte Mann, zurück an eine Woche im April 1986. 

Marc, 15 Jahre alt, eine Zangengeburt, völlig talentfrei beim E-Gitarre spielen, großer Fan von Mötley Crüe, Besitzer des "lächerlichsten Mofas der Welt" und unheimlich in ein Mädchen namens Anna, steht im Mittelpunkt der Geschichte. Das Leben des Jungen wird mittels kleinen, aneinandergereiten Anekdoten erzählt, die sich alle in dieser einer Woche im April 1986 ereignet haben. Jedes Kapitel ist mit einer Überschrift versehen, bei der ich mir Gedanken gemacht habe, was mich wohl in einem Kapitel namens "Kompaktstereoanlage mit Kassettendeck" erwarten würde. Auf jeden Fall wurden die Anekdoten immer sehr lebendig und humorvoll geschildert und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

Ich habe schnell angefangen mit dem 15-jährigen, pubertierenden Marc mitzufiebern und mitzuleiden, denn das Buch hatte für mich, obwohl ich kein Junge bin und auch meine schlimmste Phase der Pubertät Anfang der 2000er Jahre durchlebt habe, einen hohen Wiedererkennungswert. Manche Dinge scheinen sich zwischen 1986 und 2000 nicht wirklich verändert zu haben. Außerdem hat mich das Buch angeregt, wieder mehr über meine Jugendzeit nachzudenken und heute sehr ich das doch einige Dinge sehr viel entspannter als damals. 

Neben Marc, spielen auch noch seine Familie, inklusive seinem hessisch sprechenden Opa, sowie einige Freunde eine große Rolle. Alle wirken sehr authentisch und absolut liebenswert. Ich konnte förmlich vor meinem Auge sehen, wie sich Marcs Leben im Reihenmittelhaus seiner Eltern abgespielt hat. 

Das Buch endet wieder im "Heute" und da erfährt der Leser, was aus allen Akteuren geworden ist. Für mich ist das ein perfekter Abschluss gewesen, denn ich habe mich schon während des Lesens immer wieder gefragt: "Was ist wohl aus dem geworden?". Und diese Fragen wurden wirklich alle beantwortet. 

Fazit: Das Buch hat mich zum lachen und zum nachdenken gebracht, vorallem über mich selbst und wie ich mich in den letzten 15 Jahren verändert habe. Dafür gibts volle 5 Sterne!

★★★★★ – Empfehlenswert!


Ich möchte mich ganz herzlich beim Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken und bei Lovelybooks für die Organisation der tollen Leserunde. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, daran teilzunehmen. 

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