Donnerstag, 6. Oktober 2016

Monatsstatistiken - Eine Hassliebe?!


Als ich mich am verlängerten Wochenende durch die Blogs geklickt habe, ist meine Timeline wieder einmal mit Monatsrückblicken und Monatsstatistiken überschwemmt wurde. Ich gebe zu, ich lese sie eigentlich ganz gerne, denn es lässt den Monat noch einmal Revue passieren und ich bekomme schnell einen Überblick was es für Rezensionen auf den Blogs im Monat gab. Auch ich oute mich, denn ich bin in diesem Monat wieder einmal bei den Statistikern dabei, denn es war für mich ein überdurchschnittlich guter Lesemonat. Mit ganzen sieben gelesenen Büchern fühle ich mich allerdings schlecht, wenn ich mir anschaue, was andere im September gelesen haben und da sind 10 und mehr Bücher keine Seltenheit. Das schlechte Gefühl verstärkt sich noch, wenn ich die Auflistung an gelesenen Seiten im Monat oder durchschnittliche Seiten pro Tag lesen muss. Da steht dann nicht selten ein Wert der größer als 3500 ist (was durchschnittlich 116 Seiten pro Tag entspricht).

Ich habe im letzten Monat an Wörterkatzes Lesemarathon teilgenommen und versucht eine Woche lang so viel wie möglich zu lesen. Ich habe ganze 1028 Seiten geschafft, was einem Schnitt von 143 Seiten entspricht und ich musste mich dafür wirklich (gerade zum Ende hin) richtig motivieren und ein Großteil meines Soziallebens und der wöchentliche Haushalt ist dabei auf der Strecke geblieben. Hätte ich den ganzen Monat so weiter gelesen, dann hätte ich ganze 4200 Seiten gelesen. Klasse, dass wäre mal ein ganz tolle Statistik geworden! Da hätte sich eine Übersicht mit den Seitenzahlen pro Buch so richtig gelohnt. 

Die Realität sieht allerdings anders aus: Normalerweise schaffe ich im Schnitt nicht mal 50 Seiten pro Tag. Wenn ich nun meine reale Statistik mit 1500 Seiten pro Monat mit denen der anderen Blogs vergleiche, dann zähle ich wohl nicht zu den Viellesern, obwohl ich mich selbst als Vielleser bezeichnen würde (im Vergleich zu allen Freunden, Familienmitgliedern und Bekannten, die noch weniger lesen). Das ist okay, damit kann ich umgehen. Zunehmend nervig finde ich allerdings zu lesen, dass ein Lesemonat "schlecht" war, weil man "nur" 3000 Seiten geschafft hat. Das geht mir auch jetzt wieder so. Diese Blogger würden wohl über meine durchschnittlich 5 Bücher pro Monat nur müde lächeln. 

Ich frage mich oft, wie es einige Blogger schaffen, ihre 10 Bücher zu lesen, eine fundierte Rezensionen zu allen zu schreiben und noch an anderen Aktionen in der Blogosphäre teilzunehmen. Ganz zu schweigen, dass man im Normalfall auch noch 8 Stunden pro Tag arbeiten gehen muss und Haushalt, Sozialleben etc. auch noch mit dem Lesen und Bloggen unter einen Hut zu bringen sind. 

Mache ich also etwas falsch? Lese ich zu langsam? Ist mein Zeitmanagement zu schlecht? Oder habe ich eigentlich kein Problem, denn die anderen Blogger haben einfach keine weiteren Hobbies und vertreten sie sich nur mal ihre Beide, wenn sie zwischen Schreibtisch und Couch hin und her tigern? Diese Fragen spuken mir seit Sonntag unentwegt im Kopf herum. 


Während des Lesemarathons bin ich wohl über mich hinausgewachsen und für diese kurze Zeit von 7 Tagen war das auch vollkommen in Ordnung. Immer möchte ich allerdings nicht so viel lesen müssen, um mit den Statistikern von anderen Blogs mithalten zu können. Das würde wahrscheinlich in einer gehörigen Leseflaute enden und mir die Lust daran verderben. Außerdem lasse ich die Bücher auch gerne einige Zeit für sich wirken, bevor ich weiterlese oder ein neues Buch anfange. Das benötigt einige Zeit und erklärt warum meine Lesestatistik nicht so "gut" ist, wie bei anderen Bloggern. Nachdem ich mich nun sehr ausführlich mit meiner Statistik befasst habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich weiterhin eine Statistik für mich führen werde. Allerdings wird es in den monatlichen Posts  eher darum gehen, was meine Lesehighlights waren und nicht, wie viele Bücher oder Seiten ich geschafft habe. Und ich werde in Zukunft einige Blogs mit simplen Aufzählungen von Büchern inklusive Seitenangaben meiden, denn das schürt nur meinen Frust, warum ich im Monat nicht mehr geschafft habe, zu lesen oder zu bloggen. 

Wie seht ihr das? Nerven euch die Statistiken auch so oder gehört ihr zu denjenigen, die jeden Monat ihre Seitenzahlen protokollieren?

Kommentare:

  1. Hi Leni!

    Ein schöner, ehrlicher Post :)
    Also ich mache immer eine Monatsstatistik - für die Leser - aber vor allem auch für mich selbst. Einfach damit ich auch einen Überblick hab, was ich so gelesen hab. Ich liebe halt Listen *g*

    Wenn jemand sagt: ich hab "nur" so und so viel gelesen ... naja, der liest halt wahrscheinlich sonst mehr. Mit sowas beschäftige ich mich nicht, wenn ich andere Statistiken durchlese. Ist mir ehrlich gesagt auch egal, ob andere 3 Bücher pro Monat lesen oder 20.
    Ich selber lese meistens zwischen 8 und 12 Büchern pro Monat, je nachdem wie dick sie sind.

    Da ich abends fast immer lese und dann 3-4 Stunden kommt da einfach recht viel zusammen. Meine Blogsachen mach ich meistens in der Früh, dafür steh ich auch extra früher auf ;)
    Und ja, ich hab auch noch andere Hobbys, aber mein Haupthobby ist nunmal das lesen und mittlerweile auch das bloggen. So wie jetzt z. B. , bin grad von der Arbeit heimgekommen und häng jetzt schon wieder eine halbe Stunde hier im Netz fest *g*

    Natürlich vergleicht man sich mit anderen, ist ja natürlich das man das macht. Man darf sich nur nicht "bevormunden" lassen von anderen Zahlen oder Seiten etc. Jeder hat sein eigenes Tempo und seine eigenen Prioritäten. Ich hab momentan eben die Phase, in der ich abends am liebsten lese, das geht irgendwann sicher auch mal wieder vorbei ...

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. HI Leni
    warum vergleichst du dich denn mit den anderen und machst dich selbst nieder? Musst du doch gar nicht, 5 Bücher sind doch super.
    Warum ich so viel lese? Ich bin krank. Bin somit viel zu Hause. Ja auch ich hab Haushalt und gehe in die Abendschule. Es gibt Tage, da schaff ich auch nicht meine angestrebten Seitenzahlen, doch dann gibt es Tage wo ich ganz viel schaffe.
    Und das muss aber nicht jeder so schaffen, warum auch. Lesen sollte Freude machen und ich freue mich, wenn ich ein Buch wirklich zu Ende gelesen habe und rezensieren darf. Übrigens, ich lese erst in einem Buch weiter, wenn das andere Buch rezensiert ist, das ist ein Deal mit mir selbst, weil ich weiß anders ginge es für mich nicht.
    Aber ich finde es auch nicht schön, wenn ständig Menschen denken, ich habe kein Leben. Nur weil ich viel lese. Ich lese halt fast überall. Wenn ich Bus fahre, wenn ich Wartezeit habe, wenn irgendwie zu Hause meine Sachen erledigt sind, dann lese ich. Aber das muss wie gesagt, nicht jeder so schaffen.
    Ich rate dir, mach so weiter, wie es dir gut geht und tut. Lese so viel wie du möchtest, und schau dir die Bücher an, die dich anlächeln, alles andere ist nichts.
    Und am besten vergleich dich nicht :).
    Vergleichen ist nämlich wie eine graue Maus, irgendwann kommt die Katz und frisst sie leider auf.

    Kleiner Tipp, wenn du wirklich noch mehr lesen magst, als bisher:
    1) Ich muss morgens meine Schilddrüse nehmen, und dann bleib ich noch 20 Minuten im Bett und lese einen Abschnitt (ich teile meine Bücher in Abschnitten auf)
    2) Dann Frühstücke ich, mach einen Teil meines Haushaltes, jeden Tag ist ein anderes Zimmer dran und da sind dann auch verschiedene Aufgaben.
    3) ich gönne mir dann eine Lesezeit.
    4) dann wie gesagt, in der U-Bahn nehme ich immer mein Buch mit. Ohne geht ja gar nicht. Und ich lese.
    5) wenn ich dann Nachmittags zu Hause bin, lerne ich ca 1 Stunde. Dann lese ich wieder, und dann ist Schule. Auf dem Schulweg (20-30 Minuten) lese ich, und dann halt meine vier Stunden Schule. Dann auf dem Heimweg und in der 15 Minuten Pause lese ich auch noch, oder ich schnattere ;).
    6) Auf dem Heimweg lese ich noch einmal.
    7) und bevor ich dann ins Bett gehe.

    SO läuft das von Montag-Donnerstag am Wochenende ist das etwas anders. Aber Lernen, Termine, Freunde, Haustiere und auch Haushalt ist dennoch stets im Blick und gehen vor :).

    Ich hoffe mein langer Kommentar hat dich nicht gelangweilt :)

    Liebste Grüße Nicole

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  3. Hallo Leni,

    nun mach dich doch nicht verrückt! Man kann nun mal nicht "nur" lesen, um dann die Statistik hochzuschrauben! Und die Menge der gelesenen Bücher ist doch nicht lebensentscheidend.

    Zugegeben, ich lese total viel!

    Denn ich bin mittlerweile in der tollen Lage, große Kinder zu haben, nur meinen Haushalt zu führen und mein Leben ohne Berufstätigkeit verbringen zu dürfen. Da kommt bei mir nun mal schnell eine enorme Zahl an gelesenen Büchern zusammen.

    Doch ich belaste mich nicht mit Seitenzahlen, sie sind mir schlicht und ergreifend egal. Was für mich auch jeden Monat eine Überraschung ist, ist die Anzahl der gelesenen Bücher. Das ist aber für mich kein Wettbewerb mit anderen Lesern! Ich finde es für mich persönlich interessant, wenn es viele 5-Sterne Bücher gab oder auch nicht.

    Mach dir keinen Stress! Lesen soll entspannen und ein Hobby sein, mehr nicht! Dabei muss ich zugeben: Bei mir nimmt es wohl aber auch inzwischen "zwanghafte Züge" an!

    Herzliche Grüße
    Barbara!

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  4. Hallo Leni,
    ganz ehrlich? Mach dir keinen Kopf. Guck dir meine Statisiken an. Darüber würden auch einige nur müde lächeln, denn mehr als 5-8 Bücher ist bei mir pro Monat auch nicht drin. Wie du schon sagst: man geht arbeiten (oder in meinem Fall in die Uni und nebenbei arbeiten), hat Freunde, andere Hobbies, ein Leben. Zu meinen Bloganfangszeiten habe ich auch etwas mehr gelesen als jetzt, aber da ist auch vieles auf der Strecke geblieben. Ich liebe meinen Blog, aber ich habe auch ein Leben. Dann schaffe ich halt nur 5 Bücher und 8 Beiträge pro Monat. So what. Mach dich nicht verrückt und lass dich nicht runterziehen. Es ist vollkommen ok so wie du es machst :)

    Alles Liebe, Ela

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  5. Guten Morgen!

    Ich hab deinen tollen Post heute in der Stöberrunde verlinkt :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  6. Hallo Leni,
    ich habe eine Exceltabelle, in der ich alle meine gelesenen Bücher einpflege, auch mit Seitenzahl und ich freue mich auch über die Seiten, die ich gelesen habe. Ich selbst schreibe nur äußerst selten Statistikbeiträge, weil ich das irgendwie immer vergesse. Ich lese sie aber ganz gerne. Mich setzen die Statistiken von anderen aber auch nicht unter Druck. Ich wundere mich auch oft, wie andere es machen, dass sie 10 oder 20 Bücher im Monat lesen. Ich selbst würde niemals auf diese Anzahl kommen, weil mich lesen dann auch anfangen würde zu stressen und das soll es nicht. Lesen ist für mich ein Hobby. Ich lese gerne, aber es kommt durchaus auch mal zwei Wochen vor, dass ich kein Buch zur Hand nehme. Es gibt ja auch noch so viele andere tolle Dinge, die ich im Leben mache oder eben, weil ich einfach keine Lust aufs lesen habe. Na und? Wen juckt es? Niemanden ;-)
    Mach dir keinen Streß, lass dich nicht unter Druck setzen, denn so soll lesen und bloggen aus meiner Sicht nicht sein.
    LG und hab ein schönes Wochenende
    Yvonne

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  7. Hallo Leni,
    mach dir doch bloß nicht so einen Stress!
    Mich persönlich interessieren solche Statistiken überhaupt nicht und ich lese solche auch nicht, geschweige denn das ich selbst welche aufstelle.
    Ab und an schau ich beim bestimmten Blogs mal rein, aber nur um zu schauen was für Bücher gelesen wurden und da hab ich dann auch schonmal wieder Bücher gefunden, die auf meiner WuLi gelandet sind.
    Auch stört mich überhaupt nicht, wenn ich mal nur ein Buch im Monat oder gar keins schaffe. Ich habe eben noch andere Hobbys und Interessen, die auch ab und an ihr Recht bekommen - auch wenn Lesen immer an erster Stelle stehen wird. Manchmal hab ich eben so viel um die Ohren und Stress, das ich nur im Bus lesen kann und sonst gar nicht am Tag, das stört mich aber nicht. Lesen soll mir Spaß machen und nicht unter Druck stellen und Lesen macht mir SPASS!
    Da mache ich keine Vergleiche mit anderen und ich bin auch nicht neidisch, weil andere mehr Lesen als ich.
    Mal schaffe ich nur eins oder sogar keins und irgendwann schaffe ich mal wieder fünf - egal, Hauptsache ich hab Spaß und Unterhaltung beim Lesen.

    Aber hast du mal geschaut, wer so viele Bücher schafft?
    Vielleicht sind das ja wirklich noch Schüler oder Studenten oder anderweitig Leute, die einfach von ihrem Alltag schon mehr Lesezeit haben, als unsereins.
    Und wer weiß, vielleicht können sie sich am Ende eines Jahres auch galr nicht mehr richtig an die Geschichte erinnern, weil einfach nur Quantität statt Qualität zählt.
    Gibt sicher viele Gründe bei jedem, warum er viel oder weniger liest - aber ich schau immer nur nach meiner Lesezeit und da ist mir jede Minute kostbar, seien es auch noch so wenige. Es sind ganz allein meine und die will ich genießen und mir nicht von anderen mit Statistiken kaputt machen lassen. :)

    Ich wünsche dir noch viele schöne Lesestunden mit ganz tollen Büchern und das alles ganz ohne Statistikstress! ^^

    Ganz liebe Grüße,
    Su

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