Donnerstag, 10. November 2016

[Rezension] Liebe in der Toskana von Jani Friese

Jani Friese: Liebe in der Toskana
Einzelband
Genre: Liebesroman
Verlag: Ullstein Forever
ISBN: 978-3958181397
Erschienen: Oktober 2016
Seiten: 225
Format: ePUB
Preis: 3,99 €

Inhalt: 
Schon als kleines Mädchen liebte die temperamentvolle Anastasia die Weinberge, zu denen sie ihr Vater Angelo nach der Arbeit immer mitnahm. Angelo ist Winzer mit italienischen Wurzeln, lehnt jedoch jeden Kontakt zu seiner Familie in Italien ab. Als er plötzlich an Krebs erkrankt und stirbt, bricht für Anastasia eine Welt zusammen. Sie braucht Zeit und Abstand, um wieder auf die Beine zu kommen. Das Angebot einer Geschäftsreise in die Toskana kommt ihr da gerade recht. Sie hofft, in Angelos Heimat mehr über seine Vergangenheit und ihre italienische Familie zu erfahren. Dort angekommen lernt sie den charmanten Vincenzo kennen, mit dem sie sich vom ersten Augenblick an verbunden fühlt. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach Anastasias Verwandten und kommen dabei einem gut behüteten Familiengeheimnis auf die Spur … (Quelle: Ullstein Buchverlage)

Meinung: 
Der Liebesroman "Liebe in der Toskana" von Jani Friese ist im Forever-Programm der Ullstein Buchverlage erschienen. Ich habe es als Lektüre gewählt, weil ich das Cover sehr ansprechend fand und ich mal wieder einen Liebesroman außerhalb der USA, England oder Deutschland lesen wollte. Das Cover versetzte mich jedenfalls schon einmal in richtiges Urlaubsfeeling. 

Über die Handlugng habe ich allerdings eine sehr zwiespältige Meinung. Die Autorin hat mich von der ersten Seiten an komplett überrumpelt, denn es passierte so viel auf sehr wenigen Seiten: Vorstellung der Protagonstin Ana, Tod des Vaters, Geschäftsreise nach Italien, Kennenlernen und gleichzeitiges Verlieben in Vincenzo. Daran hatte ich ganz schön zu tun, so rassant, wie es da zuging und als Leser hatte man sehr viele Informationen auf einmal, die man einordnen musste. Ich hatte das Gefühl, dass ich Anas komplette Geschichte kannte, aber doch nichts über Anas Charakter sagen konnte. Das war mir alles zu oberflächlich erzählt.

Nach der knappen Hälfte ist dann etwas Ruhe in die Handlung eingekehrt, die Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf und ich habe festgestellt, dass es bis dato eigentlich keinen wirklichen Konflikt gibt, mit dem sich die Protas auseinandersetzen mussten. Ich habe da so etwas die Lust am weiterlesen verloren, weil die Spannung gefehlt hat. Der Konflikt ließ allerdings nicht lange auf sich warten und die Vergangenheit von Anas italienischem Vater holte das junge Liebespaar wieder ein. Die Spannung war auf einmal zurück und mit ihr kam das blanke Entsetzen über den weiteren Verlauf der Handlung. Hier hat jegliches Verständnis von Moral und Gesetzen bei den Protas gefehlt. 

Meiner Meinung nach sollte den jungen Erwachsenen die Möglichkeit eingeräumt werden, richtungsweisende, zukunftorientierte und moralisch vertretbare Entscheidungen zu treffen. Die fehlen hier leider völlig. Die Motivation der Protagonisten Entscheidungen zu treffen, beruht einzig und allein auf Basis von unsterblicher Liebe. Der Roman vermittelt das Gefühl, dass Liebe über allen Dingen steht, sogar über dem Gesetz und das hinterlässt bei mir leider einen sehr faden Beigeschmack. Anstelle einer romantischen Liebesgeschichte, entwickelt sich die Handlung zum Drama. Dieses Gefühl haben auch die guten Landschaftsbeschreibungen und liebevollen Nebencharaktere leider nicht verdrängen können. Dieses Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Leider in keiner positiven, was die moralischen Werte der Protagonisten angeht.

Fazit: Ein Drama versteckt in einer Liebesgeschichte. Sprachlich leicht verständlich, inhaltlich für mich sehr schwere Kost! Ich vergebe hier 2 von 5 möglichen Sternen. 


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