Mittwoch, 17. Mai 2017

[Rezension] Das Geheimnis der Hebamme: Sachsen im 12. Jahrhundert

Klappentext:
Das Deutsche Reich unter Kaiser Barbarossa: Weil sein Sohn tot geboren wurde, will Burgherr Wulfhart der jungen Hebamme Marthe Hände und Füße abschlagen lassen. Nur mit knapper Not gelingt ihr die Flucht aus ihrem Dorf. Um zu überleben, schließt sich das Mädchen einer Gruppe Siedler an, die ostwärts in das heutige Sachsen ziehen, um sich in dem noch unerschlossenen Gebiet ein neues, freies Leben aufzubauen. Angeführt werden sie von dem edlen Ritter Christian, der sofort von Marthe fasziniert ist. Doch ihre Schönheit und ihre besondere heilende Gabe haben auch die Aufmerksamkeit von Randolf erregt, Christians erbittertstem Feind. Da wird in Christians Dorf Silber gefunden… (Quelle: Droemer Knaur).

Meinung:
Ich habe vor einiger Zeit die Verfilmung von "Das Geheimnis der Hebamme" auf ARD gesehen und sie hat mir sehr gut gefallen. Da kam es mir sehr gelegen, dass es das Buch als E-Book in meiner Bibliothek gab, denn ich war mir zunächst nicht sicher, ob das Genre etwas für mich ist. Da aber hauptsächlich die Liebesgeschichte um Marthe und Ritter Christian im Mittelpunkt steht, habe ich dem Roman eine Chance gegeben.


Ich weiß nicht so recht, was ich über das Cover sagen soll, denn es wirkt auf mich recht unscheinbar, aber wenn ich mir die Cover anderer historische Romane anschaue, dann passt es wohl zum Genre. Der Blickfang ist hier natürlich das Mädchen mit dem Kopftuch, das wahrscheinlich die Heldin der Geschichte darstellen soll.

Die Geschichte spielt im 12. Jahrhundert in Christiandorf, dem heutigen Freiberg in Sachsen. Ritter Christian soll mit einigen Siedlern das Land östlich der Saale erschließen, dabei ist auch die erst 14-jährige Marthe. Zentrales Element der Handlung ist natürlich die sich anbahnende Beziehung zwischen Marthe und Christian. Da ich kein Historiker bin und mein Wissen zum Mittelalter sehr begrenzt ist, hat mir der geschichtliche Kontext, in dem die Liebesgeschichte spielt, vollkommen ausgereicht. Von noch mehr Informationen wäre ich wahrscheinlich sogar überfordert gewesen und es hätte mir den Spaß am Lesen genommen. So aber konnte ich mich auf die Geschehnisse in und um Christiandorf konzentrieren. Das Buch hat mir wieder einmal vor Augen gehalten, wie schlecht es doch Frauen im Mittelalter hatte und wie sie der Willkür ihres Lehnsherren ausgeliefert waren.

Im Mittelpunkt steht die schöne Marthe, die sich vor Verehrern gar nicht wehren kann. Denn nicht nur Ritter Christian hat ein Auge auf sie geworfen, sondern auch dessen Knappe Lukas und einige der Siedler. Stellenweise stand mir Marthe zu sehr im Mittelpunkt, besonders bei den Männern. Das hat mich schon etwas beim lessen gestört. Sie denkt selbstständig und hat ein enormes Wissen in der Kräuterkunde, was sie für ihre Feinde angreifbar macht und immer wieder in prekäre Situationen bringt. Doch Ritter Christian ist (fast) immer zur Stelle und steht Marthe bei. Er ist der klassische Ritter: tapfer, furchtlos, treu und rechtschaffen. Für ihn steht nicht sein Wohl an erster Stelle, sondern das seines ganzen Dorfes. Ihn habe ich von allen Charakteren am liebsten gemocht.

Die Sprache ist sehr eingänglich und leicht verständlich. Auch ohne großes Wissen zum Mittelalter kann man das Buch locker zwischendurch weglesen. Der Sprachstil hat mir sogar so gut gefallen, dass ich den Folgeband "Die Spur der Hebamme" gleich im Anschluss daran gelesen habe.

"Das Geheimnis der Hebamme" ist ein toller historischer Liebesroman, der zu Zeiten von Barbarossa spielt. Obwohl historische Romane nicht mein bevorzugtes Genre ist, hat mich dieser Roman doch neugierig gemacht und ich werde auch in Zukunft, wenn ich Lust dazu verspüre, wieder zu einem historischen Roman greifen.

Fazit: 4 von 5 Sternen


Details zum Ebook:
Titel: Das Geheimnis der Hebamme
Autor: Sabine Ebert
Serie: Hebammen-Saga 
Genre: Historischer Roman
Verlag: Knaur
Erstveröffentlichung: 2006
Seitenzahl: 652
ISBN: 978-3-426-52015-4
Format: E-Book
Preis: 9,99 €
Verlagshomepage

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